5.04.2008

Die Arbeit hier in San Pedro beginnt!

Gleich mal vorne weg, Corinna arbeitet nicht in San Pedro sondern im Barrio Luján. Ist mit dem Bus ca. 5 Minuten weiter als zu meiner Arbeit im San Pedro Mall und danach noch in etwa 5 Minuten zu Fuß. Luján ist auch ein recht nettes Viertel. Corinna und ich hatten es bereits am Samstag ein wenig erkundet. Es gibt dort viel Justiz, Wohnhäuser, eine Tankstelle, lecker Essen z.B. Ticodog oder Chinesisch. Wartet man beim Chinesen nur kurze Zeit auf sein Mahl, so gibts sofort ein refesco.

Der erste Tag stellte sich für Corinna etwas ernüchternd heraus, zwar waren alle Kollegen recht nett, jedoch wurde ihr gleich mitgeteilt, dass es mit der alten Praktikantin nicht so besonders funktioniert hat. Danach durfte sie gleich wieder nach Hause gehen und den nächsten Tag daheim bleiben, um ganz viel darüber nachzudenken, ob es denn bei ihr auch nicht besser laufen würde.

Der Start hätte wohl besser sein können. Am Mittwoch war sie aber schon wieder bestens gelaunt, alles hat gut gepasst und sie versteht sich mit ihren Kollegen, wie schon angesprochen, sehr gut.

Für alle die es nicht wissen, die Arbeitsstelle heißt: Asociacion Construendo Esperanzas. Die Organisation ist von den Leuten vor Ort initiert und wird auch von diesen geleitet. Unterstützt wird das Projekt von einer Italienischen Organisation. Die Hauptaufgabe des Teams besteht darin, jungen Frauen mit Problemen entweder mit Drogen oder Prostitution zu helfen, diese davon wegzubringen und zu resozialisieren.

Im Moment ist das Team am umziehen, Corinna hilft fleißig mit und in naher Zukunft wird dann wohl bei einer der Angestellten zu Hause gearbeitet bis eine neue, erschwingliche Arbeitsstätte gefunden ist.

Corinna mach die Arbeit bis hierhin Spaß, aber am Freitag war dann schon wieder un dia libre.

Bei mir in der Arbeit ist es soweit heiter bis wechselhaft.

Ich arbeite beim Ministerio de Vivienda zusammen mit fünf Kollegen. ich komme mit allen ganz gut aus, bloß an der Kommunikation haperts teilweise noch ein bisschen, wobei der Freitag schon voller Ratsch - auch zwecks Mangel an vorhandener Arbeit - war.

Unser Team kümmert sich um einen Stadtteil im Westen von San José. Pavas ist eines der ärmsten Viertel. Ein großes Problem stellen illegal errichtete Häuser im Randbereich der Wohngebiete dar. Interessant finde ich, dass sich in direkter Nachbarschaft das reichste und am stärksten “amerikanisierte” Wohnviertel Costa Ricas - Escuazu - befindet.

Unsere Aufgabe besteht darin, eben diese Problemzonen (precarios) einzudämmen und möglicherweise auch Hilfszahlungen zu gewährleiten, damit einer weiteren Abwertung des Raums entgegengesteuert werden kann. Wenn ich alles richtig verstanden habe, befinden sich auch schon einige “Sozialwohnbauprojekte” im Bau. Die Wohnungen sollen anschließend verschenkt werden. Die Planer halten eine kostenlose Hergabe jedoch nicht für die richtige Lösung.

Schon montags bin ich zusammen mit meinem Jefe - Jorge Mora (zu deutsch Brombeerschorsch) - in das angesprochene Gebiet gefahren, um mir das Ganze anzusehen und meine neuen Kollegen kennenzulernen - Junny, Toni, Segundo. Es gibt noch eine weitere - Silvia. Sie habe ich erst am Dienstag kennenlernen können. Allesamt sind sehr nette Menschen und ich komme gut mit ihnen aus.

Ansonsten habe ich mich bis jetzt recht viel mit neuer Software beschäftigt. Ich soll ein GIS (Geographisches Informationssystem) aufbauen, das ganze mit Daten füttern und anschließend auswerten. Im Moment gibt es leider noch keine Software, deshalb bin ich darauf angewiesen, mich mit OpenSource-Zeug zu beschäftigen. Is recht anstrengend aber ich lerne ja dabei und werde das auch hinbekommen.

Die Tage vergingen relativ schnell, auch wenn es am Donnerstag mein erstes Loch gab. Alleine im Büro und ohne wirkliche Arbeit ist es doch recht langweilig. Die Corinna musste es Abends ausbaden, hat mich aber wieder auf die Beine gestellt.

Ich bin jetzt soweit, kenne mich mit meinem neun Handwerkszeug aus, hab schon so halbwegs einen Plan im Kopf, wie ich die ganze Sache angehe und freue mich auf Montag, wenn die Daten dann endlich da sind!

Die erste Woche haben wir also beide mit jeweils einem kleinen Loch überstanden und ich habe das Gefühl, dass wir uns gut schlagen, die Sprach immer besser beherschen und hier schon noch ein bisschen was bewegen können.

Noch keine “Gute Nacht” heute gibts noch ein Bier!

Nachricht Schreiben

1 Nachricht

Hallo ihr beiden, das war ja schon eine spannende Woche. Da wäre ich gerne dabei. Bin schon auf die nächste Woche gespannt. Papa

 

RSS-feed für diese Kommentare abbonieren.

Nachricht Schreiben


Kategorien