Die Woche insgesamt war vor allem für mich relativ ereignislos. Corinna hat dagegen sogar ein bisschen was erlebt.
Schon am Montag haben wir eine ganz liebe Person aus der Academia Tica wieder getroffen. Jet, eine Holländerin aus Amsterdam hat uns schon nach zwei Wochen wieder zu verlassen, um ihr Spanisch an der Pazifikküste zu verbessern. Wie sich laut ihren Erzählungen herausstellt, ist Jacó kein guter Ort um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Es ist dort viel Party angesagt und die Lehrer bzw. die Organisation der Schule können nicht mit Coronado mithalten. Ansonsten hat sie ihr Praktikum in Manuel Antonio nicht angetreten und hat lieber mit Nico ihrer Urlaubsbekanntschaft Costa Rica und Panama bereist.
Im Restaurant bleiben wir bis ca. halb zehn in einem relativ gemütlichen Restaurant, in dem man auch draußen sitzen kann, trotz der rotonda nebenan.
Tags darauf zeigt mir (Corinna) Cindy eine meiner Kolleginnen „Pequeño Mundo“. In dieser kleinen eigenen Lagerhallenwelt mit Tschecheicharme kann man unglaublich günstig viele Dinge, die man braucht oder auch nicht, einkaufen – ein geschultes Shoppingauge ist aber Voraussetzung.
Mittwoch bin ich (Corinna) mit Johanna in Aurora (bei Alajuelita) und sehe neben all den schönen Dingen nun auch mal bittere Realität: auf dem dortigen Schulgelände steht eine Gruppe männlicher Jugendlicher der Straße zugewandt. Die 15 bis 17-jährigen kaufen und verkaufen Extasy direkt neben der Bushaltestelle und für jedermann sichtbar. Ein paar hundert Meter weiter bietet sich mir das gleiche Bild in einer Wohnsiedlung. Auch dies ist eine Seite von Costa Rica. Bisher blieb sie uns jedoch verborgen.
Am nächsten Tag frage ich in der Arbeit nach, ob ich Urlaub haben kann, wenn Nella und Nikki kommen. Und es klappt! Einen Tag später wird die selbe Frage auch dem Bastian bejaht. Abends treffe ich mich dann mit Basti an der Uni, um die Semana Universitaria zu erleben. Auf einem Teil des Unigeländes finden Konzerte statt und sind Info und Kunsthandwerkssände aufgebaut. Wir genehmigen uns Churros und eine Nica-Spezialität und sehen tatsächlich einen Tico mit Bayern-München Trikot. Allerdings wollte ich Basti von der Arbeit abholen, habs jedoch verplant und dafür ein Organigramm für die Arbeit erstellt.
Freitag war dann für mich (Basti) wiedermal ein relativ langweiliger Arbeitstag. Es gab nichts zu tun, bis ich den Jefe aufgesucht habe, damit er mir neue Aufgaben zuteilt. Anscheinend gibt’s nichts gescheites, also darf ich die Kartengrundlage des Plnungsgebiets erweitern. Wegen dieser leider vorherrschenden Langeweile freut es mich umso mehr, dass ich zum Mittagessen Corinna nahe ihrer Arbeitsstelle treffen kann. Wir gehen in eine gemütliche Soda um dort einen plata del día zu uns zu nehmen. Als Grundlage werden wie immer Reis und Bohnen vorgesetzt, dazu gibt’s Gemüse und Hühnerfleisch. Ausgesprochen lecker dort! Danach darf ich Corinnas nette Arbeitskolleginnen kennen lernen. In dem frisch eingerichteten Büro herrscht eine gemütliche Atmosphäre. Leider kann mir Corinna nur kurz ein paar Dinge zeigen, wir unterhalten uns ein bisschen und schon muss ich wieder aufbrechen, damit sich meine Mittagspause nicht auf zwei Stunden ausdehnt.
Für den späteren Abend ist zusammen mit Silvia ein „Ausflug“ in den nahegelegenen Multiplaza del Este geplant. Wir verabreden uns auf ein Treffen beim Mall San Pedro und fahren von dort aus zu dritt im Taxi zum anderen Kaufpalast. Das Multiplaza ist eine für costaricanische Verhältnisse erstaunliche Erscheinung. Der Komplex ist in eine alte Tabakfabrik integriert. Die tragenden Säulen aus Backstein sind noch vorhanden, genau wie alte Fliesen im Erdgeschoss des Gebäudes.
Viel wichtiger ist meinen beiden shoppingbegeisterten Begleiterinnen aber der ZARA im Obergeschoss. Corinna lässt wiedermal die Kröten aus dem Sack, Silvia spart lieber auf eine Europareise. Anschließend gehen wir noch ein Café – empfohlen von Silvia. Der Kaffee ist wirklich gut, mein Schinken-Käse-Empanada auch. Serviert werden die ganzen Köstlichkeiten von einem Kellner der deutlich seine sexuelle Neigung (++) zu erkennen gibt und darüber hinaus äußerst redebedürftig ist und sogar einige Wörter in unserer Muttersprache präsentiert.
Nach einem weiteren „ZARA-Durchlauf“ - die Hose musste einfach auch noch her – machen wir uns zu Fuß auf den Weg Richtung nach Hause. Auf dem Weg liegt eines von Silvias Stammlokalen. Ein sehr gemütlicher Mexikaner – wir essen am Tresen. Das Essen ist ausgesprochen gut. Unter einheimischer Leitung findet man Dinge, die sonst wohl nicht auf unserem Speiseplan gestanden hätten - zumindest nicht in diesem Lokal.
Wir begeben uns zu Fuß nach Hause, Silvia hat bis zur Universidad Latina den gleichen Weg. BussiBussi wies hier üblich ist und wir gehen bald ins Bett.
Guad Nacht!
Geil Churros haben wir auch gegessen! Con Chocolate!
Praktikum nicht antreten und lieber rumreisen kommt mir irgendwie bekannt vor ;-)
warum, wer hat das noch gemacht?