25.05.2008

Weil wir so schön verplant sind!

haben wir einen Artikel zweimal geschrieben, einmal die Corinna, einmal ich.

Jetzt Corinnas Version:

Costaricanische Vier und eine Gringa

Die nächsten paar Tage erweist sich meine Schwester als wahre Hausfrau: Sie schließt Freundschaft mit „mapache“, unserer Waschmaschine, und wäscht eine Ladung nach der anderen. Dominik, Gratulation zu deinem guten Fang!

Für mich heißt es nun wieder Arbeit und für Basti, Nella und Nicki Shopping:

Montag: TerraMall – für Nella gab´s nix aber für Dominik endlich die lang ersehnten adidas-Turnschuhe.

Abends wurde dann wieder gekocht und selbstverständlich g´watt.

Dienstag: Mercado Artensanía und diverse Souvenirshops rund um den Parque Morazán. Die beiden haben Deko aus Holz für ihre neue Wohnung und Schdodsemmen für die Lieben zu Hause gekauft. Danach machten sie zu meiner großen Freude einen Abstecher zu mir in die Arbeit und haben gleich mal kräftig Perlen gefädelt. Die beiden haben einen überaus guten Eindruck bei meinen Kolleginnen hinterlassen. Meine Freundin Johanna war ganz angetan von Daniela: „Tu hermana es muy bonita!“ Sie findet meine Schwester unglaublich hübsch, vor allem die schlanke Nase, die langen glatten blonden Haare und die helle Haut gefallen den Ticas und Ticos…

Abends war Daniela wie im Fieber und hat einen Schlüsselanhänger nach dem anderen produziert.

Nach der ganzen Perlenfädelei bekamen wir im „Latino Rock Café“ noch eine Bauchtanzshow zu sehen. Wir trafen uns dort mit Cindy, einer Arbeitskollegin die selbst Bauch tanzt, und deren Mann Luis. Dominik hat an diesem Abend ein neues Getränk in Costa Rica eingeführt: Wodka Red Bull für stolze 4000 colones das Glas. Nur zum Vergleich: unsere Cocktails haben jeweils 1300 oder 1500 colones gekostet :o)

Es war ein feuchtfröhlicher Abend bis halb 1 Uhr nachts, der uns das frühe Aufstehen am nächsten Morgen sehr erschwerte…

Eine Tour zum Vulkan Irazú mit meiner Chefin Patricia stand auf dem Programm.

Die Busfahrt zu unserem Treffpunkt „Fresh Market“ in Tres Ríos (mal wieder) stellte sich als winziges Abenteuer dar, da wir zum wiederholten Mal eine falsche Auskunft erhielten. Aber nachdem wir mittlerweile unsere Ticos kennen, haben wir die uns dubios erschienene Auskunft ignoriert und sind nicht ausgestiegen – was sich im Nachhinein als genau das Richtige herausstellte. Hätten wir der Information folge geleistet, wären mitten an einer vielbefahrenen Straße ausgestiegen und hätten noch ungefähr 2 km zu Fuß gehen müssen.

Um 9 Uhr sollten wir uns mit Patricia treffen, was nach Tico-Pünktlichkeit halb 10 Uhr bedeutet. Also, pünktlich um 9.30 Uhr ging´s dann zum Vulkan.

Zunächst schien der Wettergott nicht auf unserer Seite zu sein, aber am Vulkan angekommen klärten sich die Wolken auf und es bot sich uns eine beeindruckende Sicht auf die Krater, mitten in einer schwarzen Mondlandschaft!

Auf dem Weg zurück zum Auto begnete uns ein furchtloses und auch ignorant wirkendes, Waschbär-ähnliches Tier, das bei seiner Nahrungssuche in den Mülleimern verschwand.

Nach dem Besuch auf dem Vulkan gab´s ein leckeres Mittagessen bei Patricia: Pasta arrabiata und als Nachspeise Kuchen mit Eis.

Ich habe meine Schwester während der ganzen Zeit nicht mit so viel Appetit essen sehen!

Dominik führte mal wieder was Neues ein: „Wau Wau“ als internationale Bezeichnung für Hund und sorgte damit für die Belustigung der ganzen Runde.

Die Verständigung klappte, alle fühlten sich wohl und zufrieden!

Um halb 3 verließen wir Patricia und machten noch eine letzte Shoppingtour, diesmal im Multiplaza del Este.

Abends führten wir Nella und Nicki noch in unser Lieblingslokal in San Pedro, in das „Jazz Café“. Dort bekamen wir eine Ska-Band der etwas anderen Art zu sehen: ein Bassist mit Kautic, ein Sänger, der sein Bier verschüttet und seine Kippen in die Kabel der Verstärker schmeißt.

Am Donnerstag war es dann Zeit sich zu verabschieden. Die Tage vergingen natürlich viel zu schnell… aber schon in 14 Wochen sehen wir unsere Lieben wieder!

Wir begleiten mit CoBaDoDa-Bärle Nella und Nicki zum Flughafen, um „da luego“ zu sagen und zu helfen, falls es Verständigungsprobleme geben sollte. Ersteres mussten wir schneller in die Tat umsetzen als uns lieb war, denn ein Kontrolleur am Eingang zum Flughafen hatte die Order, nur Flugpassagiere durchzulassen. Also mussten wir uns schnell verabschieden und Daniela und Dominik dem Flughafenpersonal überlassen. Aber wie sich später herausstellte, lief alles reibungslos.

SCHÖN WAR´S MIT EUCH!!! Und es ist wirklich ein komisches Gefühl, wieder ohne die Familie zu sein. Unglaublich, wie schnell man sich wieder dran gewöhnt, mit lieben Menschen zusammen zu leben…

Zwei haben wir weggebracht und eine mitgenommen…

An der Bushaltestelle nach San José trafen wir eine Gringa ohne Plan und Spanischkenntnisse, die sich 3 Tage vor Abflug ein One-Way-Ticket für das spontan entschiedene Reiseziel Costa Rica gekauft hatte. Sie wollte Mittelamerika bereisen. Zunächst Costa Rica und dann mal schaun… Ihr Plan: eigentlich nur, mal schaun. Also hat sie sich gedacht, sie macht einen kleinen Stadtspaziergang mit ihrem großen Trekkingrucksack durch San José, kauft erstmal a bissal was ein und sucht sich dann eine Unterkunft. die Gute hat aber nicht bedacht, dass es bereits um 18 Uhr dunkel wird und sie wusste auch nicht, dass es keine so gute Idee ist, mit dem ganzen Gepäck durch die Hauptstadt zu laufen. Sie wusste auch nicht, wo sie die erste Zeit schlafen soll. Bei Basti und mir klingelten die Alarmglocken und weil wir so herzensgute Menschen sind, haben wir sie für die erste Nacht - und ich betone, nur für die erste Nacht - zu uns in die Wohnung eingeladen. Sie wollte eigentlich auch am nächsten Tag wieder gehen, aber dann sind aus einer gleich 3 Nächte geworden. Außerdem haben wir am Tag nach der ersten Nacht gleich mal die Botschaft der USA angerufen, weil unsere Gringa gleich mal für 10 Stunden in San José unterwegs war, nach Einbruch der Dunkelheit, sich nicht gemeldet hat und morgens noch gemeint hat, sie wolle nur kurz ein paar Besorgungen machen und sie wäre nach spätestens 4 Stunden wieder da. Wir dachten ihr sei was passiert. Die Ami-Botschaft hat das alles gar nicht interessiert. Die meinten nur, dass wir nach 24 Stunden die Polizei rufen sollten. Daraufhin haben wir klargestellt, dass das die Sache der Botschaft sei und nicht unsere Angelegenheit!!! Danach verhaften die uns noch! Aber na ja, circa 1 Stunde nach unserem Telefonat mit der Botschaft trudelte die Dame dann letztendlich ein und meinte, sie habe gar nicht daran gedacht dass wir uns Sorgen machen könnten. Nein, natürlich haben wir ihr am Vorabend nicht erklärt, dass es alleine gefährlich ist im Dunkeln durch die Stadt zu latschen… natürlich nicht!!! Vor der 3. Nacht habe ich ihr höflich aber bestimmt erklärt, dass sie gehen soll, da wir bereits Pläne haben und wir nicht möchten, dass sie alleine in der Wohnung bleibt. Wer die Geschichte mit unserer ehemaligen Mitbewohnerin Diana alias Traudl oder andersrum kennt, der weiß, dass Basti und ich im Rausschmeißen ziemlich gut sind.
Aber na ja, jetzt ist sie ja weg. Viel Glück, Ashley!

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