22.06.2008

Viel Rauch um nichts bis San Andrés

Nach einer ganz normalen Woche im Ticoland mit viel europäischem Fußball haben wir dann am Wochenende das letzte Überbleibsel aus der Academia Tica verabschiedet. Dorothea, eine Freundin aus der Schule, machte sich am Montag auf den Weg zurück nach Deutschland. Mit ein wenig Wehmut und einer guten Portion eigenem Heimweh haben wir nach einem guten Fischessen da luego gesagt. Dorothea, der Venuswurf will wieder zurück zu dir und wird dich sicherlich auch finden!

Basti macht am Montag dann alles für UNSERE Reise nach San Andrés klar, d. h. er holt die Tickets bei Herrn Schlotterhausen (!) ab. Aufgrund zweierlei Ereignissen können wir uns also auf unsere Abreise freuen: zum einen hat Deutschland das Viertelfinale erreicht (Schlaaaaand) und wird uns dann aus der Flimmerkiste wieder entgegentreten. Außerdem erwartet uns ein weiteres Mal ein Kurzurlaub in der Karibik – diesmal auf columbianische Art.

Am Abreisetag stehen Basti und ich um 6 Uhr auf und eine Stunde später sitzen wir dann auch schon im Taxi Richtung Flughafen. Die morgendliche Rush Hour – zu Spanisch hora pica – nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch…

…diese Situation bestätigt mich mal wieder bezüglich meiner Stresserhaltung: lieber mal ein paar Stunden früher los!

Nach mindestens einer Stunde Taxifahrt erreichen wir dann auch den Flughafen – diesmal gibt es keinen Kontrolleur der bereits am Eingang unsere Reisepässe und Tickets sehen will. Beim Check In geht’s alles ziemlich schnell und problemlos, obwohl Basti und ich unsere Ausreisezettel mit den jeweils anderen Daten bestückt hatten. Das Flughafenpersonal kümmerte sich jedoch um nichts anderes außer um perro caliente.

Am Flughafen überkommt mich ein großer Schwall Vorfreude auf zu Hause und mit diesem Glücksgefühl geht’s dann in die Luft… und auch gleich wieder runter, denn der Flug an sich dauerte nur circa 45 Minuten.

Wir landen nicht wie befürchtet auf dem Wasser sondern auf der kleinen Landebahn eines kleinen internationalen Flughafens. Die Migración geht abermals schnell und die Kontrolleure am Ausgang machen nur mal kurz unsere Rucksäcke auf und befühlen ohne hinzuschauen das Innenleben. Weiter geht’s zu einem Decameron-Infostand, wo wir von einer netten Dame einen Zettel und noch einen Zettel und einen Hinweis auf eine weitere nette Dame erhalten. Diese teilt nun uns und die übrigen Pauschalurlauber auf Taxis auf und los geht’s in den All-Inclusive-Himmel.

Exkurs: Basti´s Gefühlswelt

Pauschale okay – All Inclusive na ja. Wir kommen im Hotel an, wollen an unsere Schlüssel, weil – vor allem auf mich – ein Halbfinale im Zimmer wartet. Schon im „Schlüsselvergabezimmer“ steht ein TV, aber nix da, nicht mal ohne Ton dürfen wir fernsehen. Na dann wart ma halt a bissal am Pool und ziehen uns einen Cocktail rein. Die erste Halbzeit verstreicht, die Schlüssel und auch die Fernbedienung kommen und endlich fallen in medio tiempo dos auch Tore vor unseren Augen.

3:2 – D:POR

Weida samma!

Exkurs Ende

Basti´s Stimmung ändert sich daraufhin schlagartig von „genervt“ in „sehr gut“ und wir machen uns zu Fuß auf zum Strand. Das Wasser ist türkis, der Sand weiß und die Palmen komplettieren das altbekannte Karibikfeeling. san-andres-3996.jpg Wir wollen eigentlich einen Spaziergang machen, jedoch kommt Regen auf und wir spazieren zurück ins Hotel… wo wir die Mugel wiedersehen. Basti hat sich am Flughafen für eine Frau begeistert, die ich kaum beschreiben kann, da sich „Eifersucht“ bei mir breit macht.

Exkurs: Basti´s Gefühlswelt bezogen auf die Mugel

Schwarz und weiß, um genau zu sein fast ganz weiß mit schwarzem Muster. Die Figur passt so gut zum Outfit dass man fast an den Europass denken kann. Einzig der Kopf und die zu kurz geratenen Beine stören ein bisschen. Fast hätte ich ihren Mann gefragt, ob wir nicht ein bisschen spielen wollen.

Exkurs Ende

Ach ja, im Hotel erfahren wir, dass wir 35 Dollar Ausreisegebühr pro Person bezahlen müssen… Wir haben natürlich kein Bargeld bei uns außer Colones – es hieß ja, alles inklusive. Ich mache mir Gedanken, da wir die Auskunft erhalten, dass wir nur im Zentrum Geld abheben können und der Fußmarsch circa 2 Stunden dauert. Am nächsten Morgen beschließen wir, einfach mal einen Taxifahrer zu fragen, ob er uns zur Bank fährt und wir ihn mit dem frisch abgehobenen Geld bezahlen können. Bevor wir aber überhaupt mit einem Taxista reden können werden wir von Touranbietern belagert, die uns alle eindringlich empfehlen uns die Gegend anzuschaun und ein paar Dollar dazulassen. Wir treffen auf unverständige Blicke als wir diese Angebote ausschlagen und betonen, dass wir erstmal Geld holen wollen. Wir haben nämlich noch keine Dollar die wir dort lassen können! Während ich mich um die wichtigen Angelegenheiten kümmere muss Basti sich vor einer Rastazopfflechtfrau in Sicherheit bringen. Diese ruft dann kurzum einen Taxifahrer, dem wir unser Problem schildern. Er lenkt ein und bringt uns zur Bank, in der Hoffnung, dass wir anschließend mit ihm eine Privattour um die Insel machen. Er „erarbeitet“ sogar eine kleine Route für uns, aber wir beide sind uns einig, dass wir einfach nix, nix, nix, aber auch glei gar nix machen wollen. Also steigen wir beide (!) bei der Bank aus, nicht dass der Fahrer dann einfach mit mir abhaut! Er wirkt nach Bezahlung sehr enttäuscht über unsere Unwilligkeit eine Tour mit ihm zu machen und zieht ohne Gruß von Dannen.

Nach der Beschaffung von Geldmitteln geht’s mir deutlich besser und Basti und ich erkunden ein wenig das Zentrum von San Andrés. Wir weisen uns mit unseren Clubarmbändern – als ob das überhaupt nötig wäre – eindeutig als Touristen aus und werden mit Angeboten bezüglich Taxifahrten und Tagestouren überhäuft. Man kann hier einfach nicht verstehen, dass ein Tourist einfach nur seine Ruhe will und all die „tollen“ Vorschläge ablehnt. So finden wir uns dann auch als einzige Touris im örtlichen Bus wieder.

An diesem Tag haben wir dann auch mehr Glück mit dem Wetter und wir lassen uns am Strand kräftig die Sonne auf den Pelz scheinen. san-andres-3971.jpgSpäter gibt’s dann auch reichlich Cocktails, so dass wir uns um 16 Uhr für ein kurzes Rauschausschlafen ins Zimmer zurückziehen. Schon am Vorabend machten wir eine Reservierung für das Restaurant „Pastafary“, an das wir hohe Erwartungen setzten, die jedoch kläglich enttäuscht wurden. Der Wein war viel zu süß, Basti´s Fisch eiskalt und fischig und mein Essen war auch nicht der Rede wert. Dafür wurden wir abends bei einer internationalen Tanzshow „entschädigt“ (bzw. beschädigt) – ich kam mir vor wie bei einer Schulaufführung. Der Regen setzte – dem Herrn sei´s gedankt – dem Elend dann ein Ende.

Der nächste Tag begann ganz gemütlich mit einem reichhaltigen Frühstück und einem anschließenden Spaziergang an einen Strandabschnitt mit türkisfarbenerem Wasser als Strandabschnitte mit türkisfarbenem Wasser. So scheijn, so scheijn kann die Karibik seijn!

Auf dem Rückweg zum Hotel trafen wir auf einen Papageienmann. san-andres-4064.jpg Wir fragen ihn, ob wir ein Photo von ihm machen dürfen, um nach dem Drücken des Auslösers mitgeteilt zu bekommen, dass dies seine Arbeit sei und er nun Geld von uns wolle. Er will 20000 Peso für ein Photo, zum Glück haben wir nur 9000. Das war dann auch okay, alles andere wäre Wucher.

Nach einem weiteren faulen Nachmittag mit Alkohol, Fußball und Pool gab´s dann abends im „Restaurante Japonés“ außerordentlich leckeres Essen in verschiedenen Gängen. Diesmal wurden wir tatsächlich für den Fraß am Vorabend entschädigt. Vollgefressen und zufrieden mugeln wir uns ins Bett.

Am Abreisetag lassen wir alles gemütlich angehen und haben um 10 Uhr auch den Check Out hinter uns. Leider eine Stunde zu früh, denn im All-Inclusive-Himmel läuft alles genau nach Plan und diesem zufolge dürfen wir erst mit einem Taxi um 11 Uhr zum Flughafen fahren. Also, nochmal an den Pool. Diesmal „genießen“ eine Cola, ein Backgammon und die Gesellschaft eines sturzbetrunkenen Columbianers für den es keine Nationalitäten sondern nur Tierra Mundo gibt. Aber gut dass wir warten mussten, denn so kamen wir in den Genuss der unmittelbaren Gesellschaft der Mugel, unseres ständigen Bezugspunktes. Wir teilten uns ein Taxi mit derselbigen und endlich ging´s los zum Flughafen und somit zurück ins Ticoland. Das Visum ist erneuert und somit kann die letzte Etappe starten. Deutschland, wir kommen bald wieder!!!

Gewinnspiel:

Was haben die Mugel und der Europass gemeinsam?

 

Zu gewinnen gibt es diesmal:

Eine Duschhaube mit passender Seife aus dem All-Inclusive-Hotel.

 

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